Kritiken

Tagesspiegel, Tomasz Kurianowicz, 07. November 2016

Das Stück ... entwickelt ... eine fesselnde Dynamik. Das liegt auch an der Musik von der Organistin Elda Laro und der Euphonium-Spielerin Noa Niv. Die Arien wirken in ihrer barocken Struktur wie gemacht für einen Ausflug in die Zauberwelt. Kein Wunder also, dass man nur staunende Kinder sieht, die in den Konflikten der Darsteller ein Stückchen der eigenen Identität entdecken. Und die Erwachsenen? Ebenso!

Tagesspiegel07112016

Berliner Zeitung, Cornelia Geissler, 07. November 2016

Von der Bühne geht eine Verzauberung aus, die zwar auch der Buchvorlage von Edward van der Vendel eigen ist, die sich da aber über viele Seiten und die poetische Sprache ausbreitet. Hier schaffen es Musik und Aktion, dass die Kinder glauben, Lena habe dreizehn blaue Minihirsche gesehen...
Aus Lena's oft feinen dann auch drängenden Händel-Arien, den beschreibenden Worte Raffs, dem lebhaften Spiel über die Matrazen, die unter den Laken blau sind wie die Hirsche, entwickelt sich die Geschichte zu einem Rausch.
Die Musik und das Spiel mit den kleinen Dingen machen die Geschichte rund und sprühend. Ein Fest der Fantasie!

Berliner Zeitung Das Geheimnis der blauen Hirsch November 2016

Opernwelt, Jürgen Otten, Januar 2017

Mehrfach wechselt die Sopranistin zwischen den Rollen und Sphären hin und her, ist mal Subjekt, mal Objekt, mal beides zugleich. Und sucht doch nur eines: die Freiheit der Fantasie (oder auch: die Fantasie von der Freiheit). Letztlich, nach einem Kampf mit dem wilden Euphonium-Löwen und nach tränenreichem Schmerz, dem sie mit der Arie des Titelhelden «Piangero, ma sorte mia» aus «Giulio Cesare» Ausdruck verleiht, gelingt es Lena. Denn sie hat etwas gelernt: dass Stille etwas Wunderbares ist. Und dass man manchmal auch Nein sagen muss. Und siehe da, die Laken werden abgezogen, und vor uns liegt ein warmes, wonnigliches Matratzenmeer aus Blau. Wie von Cézanne gemalt.

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Vorpresse

Berliner Morgenpost, Nana Gerritzen, November 2016

Egal echt, oder der Fantasie entsprungen; die hirsche geben Lena selbstvertrauen und Stärke. Das is das Schöne daran, Fantasie zu haben, sagt Koerselman. Selbst wenn man traurig oder böse ist, gibt es eine andere Welt in die man fliehen kann.
Die Art und Weise, wie die Darsteller mit den Objekten spielen, ist genauso wie man zu Hause spielt, wie ich selbst früher mit Puppen und anderen Diengen gepielt habe, sagt Koerselman Ein Kissen wird zur Katze, mit blauen Hörnchen werden die Hirsche dargestellt. Es geht darum zu zeigen dass auch in kleinen Dingen Fantasie steckt.
Die Kinder lernen klassische Musik kennen, ohne dass sie denken: das ist klassiche Musik, sagt Koerselman. Dass Grundschüler im Jahr 2016 sich bei Sopran-Arien aus dem 18. Jahrhundert langweilen könnten, befürchtet die Regisseurin nicht. Die hören sich nicht Händel an, sondern sehen eine Sängerin, die einen Hirsch spielt und dazu singt. Es passiert so viel auf einmal, dass man sich nicht langweilen kann. Ich versuche immer, in Bildern und Szenen zu denken.
Wie schon in früheren Inszenierung will Koerselman auch ihr erwachsenes Publikum unterhalten. Fantasie hat nichts mit dem Alter zu tun, sagt sie. Auch Erwachsene schauen sich Filmean oder lesen Bücher, weil sie versuchen in eine andere Welt abzutauchen und daraus Kraft zu schöpfen.

Photos Das Geheimnis der blauen Hirsche © Stephan Bögel

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